Aufruf zum 8. Mai 2026
Nie wieder Krieg – Nie wieder Faschismus
Nie wieder ist jetzt: wann, wenn nicht jetzt, wer, wenn nicht wir!

Es bleibt dabei: Der 8. Mai 1945 ist der Tag, der dem deutschen Volk den Auftrag gab, ein neues, demokratisches Deutschland aufzubauen. So sahen es die Überlebenden, die dem Regime des Hitler-Faschismus widerstanden hatten: Lore Wolf, die aus dem Zuchthaus Ziegenhain, Emil Carlebach, der aus dem Konzentrationslager Buchenwald, Peter Gingold, der aus dem französischen und italienischen Widerstand oder Wolfgang Abendroth, der vom Strafbataillon 999 heimkehrte. Sie waren entschlossen, „ein neues Deutschland schaffen, das nichts, aber auch gar nichts mit den Halbheiten und Schlechtigkeiten jener Republik von Weimar gemein haben dürfte, die auf ihrem vergifteten Boden die faschistische Partei ausgebrütet hatte.“ (E. Carlebach)

Dieser Wille für den Aufbau von Demokratie und Freiheit war der gemeinsame Wille, über politische und weltanschauliche Grenzen hinweg. Denn das hatten sie schmerzhaft gelernt: Nur durch ein Zusammenwirken der sozialen Humanisten kann der Faschismus bekämpft werden. Nur gemeinsam ist das Ziel eines demokratischen Deutschlands zu erreichen.

Was würden all jene Christen, Liberale, Konservative, Kommunisten oder Sozialdemokraten, Arbeiter oder Intellektuelle sagen, die 1945 aus den Trümmern ein neues Deutschland aufbauen wollten, würden sie heute den Zustand dieses Landes, Europas und der Welt sehen. Sie würden uns zurufen, schließt euch zusammen und kämpft!

Es ist das Einfache, was so schwer zu machen ist! Wir schmieden hierzu ein internationalistisches Bündnis im Geist der Widerstandskräfte gegen den Faschismus hier und weltweit, auch mit us-amerikanischen Gästen. Wir betrachten Antifaschismus als einen Zukunftsentwurf im deutlichen Gegensatz zur weltweiten Rechtsentwicklung.
Deshalb streiten wir gemeinsam für eine friedliche Welt, den Ausbau des Sozialstaats und die Realisierung demokratischer Freiheitsrechte. Dabei ist uns der Schwur von Buchenwald Mahnung und aufzugreifendes Erbe:

„Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.”

Wir laden alle Frankfurter:innen ein, gemeinsam den 8. Mai, den Tag der Befreiung vom deutschen Faschismus zu feiern.

Auf dem Paulsplatz findet ab 15:00 Uhr der Markt des Antifaschismus statt: die aufrufenden Organisationen und Initiativen stellen sich vor.
Programm:
16:00 Uhr: Kranzniederlegung an der Paulskirche – musikalische Begleitung:
Akkordeon mit Lieder der italienischen Partisanen
16:30 Uhr: wir legen Blumen nieder: Braubachstraße – Neue Altstadt – Römerberg
17:00 Uhr: Paulsplatz
Intro: Peruanische Musik
Redebeiträge:
> US-amerikanischer Widerstand gegen MAGA
> Dem Sozialabbau entgegentreten: Britta Brandau
> Für Meinungsfreiheit, gegen Antisemitismus: Wieland Hoban
> Zukunftsentwurf Antifaschismus: Ein Dialog
Musik: Songs der amerikanischen Friedens- und Gewerkschaftsbewegung

9. Mai, 11:00 Uhr: Hauptfriedhof, Kranzniederlegung an den Gräbern der Soldaten der Roten Armee

Frankfurt wird ein Blumenmeer:
Jede und jeder ist eingeladen, sich am Tag der Befreiung zu beteiligen: Leg am 8. Mai eine Blume an einem Stolperstein oder an einem Gedenkort nieder.
Gedenkobjekte     Stolpersteine    Blumenmeer

Diesen Aufruf unterstützen
(Stand 24. März 2026):

ANPI: Associazione Nazionale Partigiani d’Italia – Verband der PartisanInnen Italiens, Frankfurt
| Club Voltaire | Die Linke: Kreisverband Frankfurt | DKP: Deutsche Kommunistische Partei, Frankfurt | Ettie-und-Peter-Gingold-Initiative | Friedens- und Zukunftswerkstatt Frankfurt | Bruni Freyeisen für: IGM-Seniorenarbeitskreis Frankfurt | LAGG: Leben und Arbeiten in Gallus und Griesheim | SDS: Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband Frankfurt | VVN-BdA: Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes-Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten Frankfurt

Frankfurt 2026